Verena Güntner liest Medulla im Kunstpalast Düsseldorf


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Verena Güntner liest Medulla im Kunstpalast Düsseldorf
Am 16. Oktober 2026 führt Verena Güntner im Rahmen der Literaturtage Düsseldorf in ihren Roman Medulla ein. Die Lesung im Creamcheese Raum des Kunstpalasts widmet sich drei Frauen, drei widersprüchlichen Lebensentwürfen und der Frage, wem der eigene Körper gehört.
Drei Frauen, drei Entscheidungen
Siv möchte keine Mutter werden und bleibt auch angesichts einer ungewollten Schwangerschaft bei ihrem Entschluss. Leyla hat sich ihr Leben lang nach einem Kind gesehnt, verändert jedoch ihre Haltung, als sie selbst schwanger ist. Esther entscheidet sich für ihr Kind und bereut diese Entscheidung später. Güntners Roman stellt diese Positionen nicht als einfache Gegensätze aus, sondern entwickelt daraus ein vielstimmiges Panorama moderner Beziehungen.
Körper, Selbstbestimmung und Kontrollverlust
Medulla erzählt von Frauen, die das Gefühl gewinnen, durch Schwangerschaft und gesellschaftliche Erwartungen die Kontrolle über ihren Körper zu verlieren. Ihre Gegenbewegung fällt kompromisslos aus. Gleichzeitig erleben die Männer an ihrer Seite den Verlust der Kontrolle über Partnerin, Beziehung und eigenes Leben. Aus diesem Spannungsfeld entsteht ein literarischer Diskurs über Mutterschaft, Begehren, Verantwortung und weibliche Selbstbestimmung.
Eine Autorin zwischen Theater und Gegenwartsliteratur
Verena Güntner wurde 1978 in Ulm geboren, absolvierte ein Schauspielstudium am Mozarteum Salzburg und arbeitete mehrere Jahre als Ensemblemitglied am Theater Bremen. Mit Auszügen aus ihrem Debütroman Es bringen erreichte sie das Finale des Open Mike, gewann den Kelag-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb und erhielt weitere Arbeitsstipendien. Ihr Roman Power war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert; für ihn erhielt sie den Förderpreis des Schubart-Literaturpreises.
Sprachkunst mit szenischer Intensität
Güntners Schreiben verbindet narrative Präzision mit einer eigenwilligen, poetisch verdichteten Sprache. Ihre Erfahrung als Schauspielerin prägt die Lesungs-Atmosphäre: Stimme, Rhythmus und Figurenrede gewinnen eine unmittelbare Präsenz. Das literarische Erlebnis lebt von der Spannung zwischen intimer Autor-Begegnung und gesellschaftlich brisantem Thema.
Lesung im Creamcheese Raum
Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr und dauert 90 Minuten. Der Creamcheese Raum wird über das Café und Restaurant Anna Maria betreten. Der Raum ist nicht bestuhlt; Museumshocker stehen als Sitzgelegenheiten bereit. Die Lesung findet in Kooperation mit dem Literaturbüro NRW statt.
Fazit: Literatur als Begegnung mit unbequemen Fragen
Verena Güntners Medulla verspricht eine eindringliche Lesung über Selbstbestimmung, Körperpolitik und die widersprüchliche Wirklichkeit moderner Beziehungen. Wer Gegenwartsliteratur mit sprachlicher Kunstfertigkeit und gesellschaftlicher Relevanz erleben möchte, findet im Kunstpalast Düsseldorf einen konzentrierten Abend voller literarischer Spannung.
Offizielle Kanäle von Verena Güntner:
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