Pip Culbert und Gerhard Hoehme bei VAN HORN: Material wird Kunst


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Wenn Material Geschichte wird: Pip Culbert und Gerhard Hoehme bei VAN HORN
Mit Something Old, Something New, Something Borrowed zeigt VAN HORN in Düsseldorf eine Ausstellung, die das Prinzip der künstlerischen Verwandlung in den Mittelpunkt rückt. Erstmals begegnen sich die Werke von Pip Culbert und Gerhard Hoehme in einem gemeinsamen Kontext. Beide Künstler arbeiten mit vorhandenen Materialien, beide lösen Dinge aus ihrem ursprünglichen Nutzen und öffnen sie für eine neue ästhetische Erfahrung.
Ein Kunsterlebnis zwischen Erinnerung und Neubeginn
Der Titel verweist auf eine englische Redewendung, die Glück, Erinnerung und einen Neubeginn symbolisiert. Genau darin liegt die poetische Spannung dieser Ausstellung: Das Alte verschwindet nicht, sondern bleibt als Spur sichtbar. Culbert und Hoehme verwandeln Stoffe, Schnüre, Farbe und Kunststoff in offene Formsysteme, die zwischen Objekt, Zeichnung, Skulptur und Installation oszillieren.
Pip Culbert: Nähen, Schnitt, Raum
Pip Culbert arbeitet mit Hemden, Taschen, Zelten und Stoffen. Was zunächst funktional erscheint, reduziert sie auf Nähte, Linien und fragile Gerüste. Aus Kleidungsstücken werden offene Zeichnungen im Raum, aus Gebrauchsdingen poetische Konstruktionen. Ihre Arbeit bewegt sich an der Grenze von Skulptur, Zeichnung und Architektur. Besonders eindrucksvoll ist der Gedanke der De- und Rekonstruktion: Das Material verliert seine alte Rolle und gewinnt eine neue, konzentrierte Präsenz.
Gerhard Hoehme: Das Bild als offenes Feld
Gerhard Hoehme gilt als wichtiger Vertreter des deutschen Informel und der Nachkriegskunst. Seit den späten 1950er-Jahren löste er das Bild zunehmend aus dem Rahmen. Schnüre, Schläuche und zeichnerische Linien erweitern seine Malerei in den Raum; die Leinwand wird zum energetischen Feld. Auch seine Zeichnungen besitzen hier Eigenwert: Sie sind keine Vorstufe, sondern präzise Denkformen, in denen Spannung, Struktur und Raumbezug unmittelbar erfahrbar werden.
Zwischen Malerei, Objekt und Installation
Die Ausstellung macht sichtbar, wie nah sich beide Positionen in ihrer Haltung sind. Culbert verwandelt Nähte in Raumlinien, Hoehme verwandelt Zeichnung in räumliche Präsenz. Beide arbeiten nicht additiv, sondern reduktiv. Beide interessiert nicht das fertige Objekt als Besitzstück, sondern sein Verhältnis zum Raum, zur Wahrnehmung und zur Geschichte des Materials. Genau daraus entsteht die besondere Ausstellungsatmosphäre: ruhig, konzentriert, klug und offen für Entdeckungen.
VAN HORN als Ort für präzise Gegenwartskunst
VAN HORN in Düsseldorf ist für kuratierte Ausstellungen bekannt, die junge und etablierte Positionen mit kunsthistorischer Tiefe zusammenbringen. Der Ort an der Ackerstraße 99 bietet dafür einen passenden Rahmen: klar, urban und auf Werkbetrachtung hin ausgerichtet. Wer sich für Konkrete Kunst, Informel, Materialästhetik und konzeptuelle Raumfragen interessiert, findet hier eine Ausstellung mit hoher bildungskultureller Relevanz.
Fazit
Something Old, Something New, Something Borrowed ist eine Ausstellung über Verwandlung, Reduktion und die stille Kraft des Materials. Sie zeigt, wie aus gebrauchten Dingen neue Bild- und Raumformen entstehen und wie Kunstgeschichte im Heute weiterklingt. Wer sich für anspruchsvolle Gegenwartskunst und kunsthistorisch fundierte Präsentationen interessiert, sollte diese Ausstellung in Düsseldorf unbedingt live erleben.
Offizielle Kanäle von VAN HORN:
- Instagram: https://www.instagram.com/van_horn_duesseldorf/
- Facebook: kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://van-horn.net/






