Trás-os-Montes in der Filmwerkstatt Düsseldorf: Ein poetisches Kinoerlebnis


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Trás-os-Montes: Ein poetisches Labyrinth des portugiesischen Kinos
Die Filmwerkstatt Düsseldorf präsentiert am 19. November 2026 António Reis’ und Margarida Cordeiros wegweisende Docufiktion Trás-os-Montes. Der 1976 entstandene Film führt in die abgelegene nordöstliche Region Portugals und verbindet ethnografische Beobachtung, mündliche Überlieferung, inszenierte Szenen und poetische Bildkompositionen zu einer einzigartigen kinematografischen Erfahrung.
Landschaft als Erinnerung und Mythos
Trás-os-Montes entfaltet sich als Reise durch Dörfer, Landschaften und Erinnerungsräume. Reis und Cordeiro richten den Blick auf Bragança, Miranda do Douro und die Menschen, die diese Region bewohnen. Reale und erfundene Geschichten, folkloristische Motive und die Zyklen des Lebens verschmelzen zu einem filmischen Geflecht, in dem Landschaft nicht bloß Kulisse, sondern Träger kollektiver Erinnerung wird.
Eine neue Sprache zwischen Dokumentarfilm und Fiktion
Der 111-minütige Film zählt zu den frühen und stilprägenden Beispielen der portugiesischen Docufiktion. Die Regie, das Drehbuch und der Schnitt stammen von António Reis und Margarida Cordeiro; die Kamera führte Acácio de Almeida. Bewohnerinnen und Bewohner der Region treten als Laiendarsteller auf und verkörpern zugleich Varianten ihrer selbst und ihrer Vorfahren.
Die ästhetische Erfahrung entsteht aus der Spannung zwischen dokumentarischer Genauigkeit und mythischer Überhöhung. Geräusche, Gesichter, Materialien und räumliche Übergänge formen eine Ausstellungsatmosphäre im Kinosaal, in der Werkbetrachtung und kulturelle Bildung ineinandergreifen. Jean Rouch beschrieb den Film als fabelhaftes Labyrinth, das eine neue kinematografische Sprache offenbare.
António Reis und Margarida Cordeiro
António Reis gehörte zu den zentralen Stimmen des portugiesischen Novo Cinema und verband seine Arbeit als Filmemacher mit einer poetischen und ethnografischen Perspektive. Margarida Cordeiro, ausgebildete Psychiaterin und Regisseurin, entwickelte gemeinsam mit Reis eine eigenständige Form des poetischen Dokumentarfilms. Ihr gemeinsames Werk untersucht Erinnerung, Volkskultur, soziale Wirklichkeit und die Beziehung zwischen Mensch und Landschaft.
Trás-os-Montes wurde zu einem Referenzwerk des portugiesischen Kinos und beeinflusste nachfolgende Generationen von Filmschaffenden. Die internationale Rezeption hob insbesondere die Verbindung von ästhetischer Radikalität, ethnografischer Aufmerksamkeit und politischer Sensibilität hervor.
Ein Kunsterlebnis für Entdecker des filmischen Sehens
Die Vorführung richtet sich an alle, die Film als visuelle Forschung, poetische Landschaftserfahrung und kulturelle Begegnung verstehen. Zwischen Malerei, Installation und dokumentarischer Beobachtung entwickelt der Film eine eigene Raumwirkung: Bilder erscheinen wie Fragmente eines Archivs, Stimmen wie Spuren einer mündlichen Geschichte, Bewegungen wie Rituale.
Das Publikum erwartet kein konventionelles Erzählkino, sondern eine intensive Werkbetrachtung über Zeit, Herkunft und Erinnerung. Die Filmvorführung in der Filmwerkstatt Düsseldorf eröffnet damit einen konzentrierten Zugang zu einer wichtigen Kunstrichtung des portugiesischen Kinos und zu einer außergewöhnlichen Form kultureller Bildung.
Fazit: Portugiesische Filmkunst live erleben
Trás-os-Montes verspricht ein nachhaltiges Kunsterlebnis zwischen Dokumentation, Mythos und poetischer Fiktion. Wer die ästhetische Erfahrung einer filmischen Reise durch Landschaft, Geschichte und kollektive Erinnerung sucht, sollte diese seltene Vorführung in der Filmwerkstatt Düsseldorf unbedingt live erleben.
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