Alexandra Bircken: Silver Lining in der Langen Foundation


Datum und Uhrzeit
Veranstaltungsort
Tickets
Über diese Veranstaltung
Stimmung
Veranstaltungsorttyp
Alexandra Bircken: Silver Lining – ein visuelles Archiv in der Langen Foundation
Mit Silver Lining verwandelt Alexandra Bircken die Langen Foundation in einen weit ausgreifenden Denk- und Wahrnehmungsraum. Im Zentrum steht eine dreiundzwanzig Meter lange Collage aus Fotografien, Zeitungsausschnitten, Magazinseiten, Screenshots, Readymades und eigenem Material, das die Künstlerin seit den frühen 1990er-Jahren gesammelt und selbst hergestellt hat.
Ein Rundgang durch drei Jahrzehnte Bildkultur
Die Ausstellung führt durch Birckens persönliches und zugleich gesellschaftlich geprägtes Bildarchiv. Unterschiedliche Fragmente begegnen einander ohne chronologische Ordnung. Ihre Verbindung entsteht durch formale Echos, wiederkehrende Texturen, Raster, Wiederholungen und überraschende Nachbarschaften. Aus einzelnen, scheinbar eindeutig lesbaren Motiven entwickelt sich eine komplexe visuelle Abstraktion.
Zwischen Collage, Skulptur und Installation
Silver Lining bildet einen Gegenpol zu Alexandra Birckens viel beachteter skulpturaler Praxis. Während ihre Skulpturen Materialität, Körperlichkeit und gesellschaftliches Leben in dreidimensionalen Formen untersuchen, entfaltet sich diese Arbeit über eine Vielzahl einzelner Bilder und Objekte. Die Kuratierung von Nadim Samman rückt dabei nicht das isolierte Werk, sondern Beziehung, Netzwerk und Auswahl ins Zentrum.
Sechs Konstellationen als Orientierung
In der fortlaufenden Collage zeichnen sich sechs wiederkehrende Konstellationen ab: ornamentale Ordnung, kommerzialisierte Weiblichkeit, rohe Materie, zirkulierende Krise, rekonstruierte Körper und häusliche Absurdität. Wiederholung und Symmetrie treffen auf Nachrichtenbilder, Werbung, organische Oberflächen, mechanische Formen und private Schnappschüsse. Die Ausstellung macht sichtbar, wie persönliche Erfahrung, populäre Kultur und gesellschaftliche Spannungen ineinandergreifen.
Das unvollendete Werk als ästhetische Erfahrung
Der Titel verweist zugleich auf fotografisches Silberhalogenid und auf das verborgene Innenfutter eines Kleidungsstücks. Darin verbinden sich Bild, Material und Struktur. Bircken versteht die Collage als metabolischen Prozess: Neues Material kann jederzeit aufgenommen werden, die Arbeit bleibt technisch gesehen unvollendet. Für Besucherinnen und Besucher entsteht ein intensives Kunsterlebnis, das Nähe und Distanz, Ordnung und Überforderung, Wiedererkennung und Befremden zugleich erfahrbar macht.
Alexandra Bircken im kunsthistorischen Kontext
Alexandra Bircken, 1967 in Köln geboren, studierte Modedesign am Central Saint Martins College of Art and Design in London. Ihre künstlerische Praxis entwickelte sich aus der Auseinandersetzung mit Mode, Körper, Material und Objekt. Sie war 2019 an der 58. Biennale di Venezia beteiligt und zeigte Einzelausstellungen unter anderem in der Secession Wien, im Fridericianum Kassel, im Museum Brandhorst München und im KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst Berlin. Seit 2023 lehrt sie an der Kunstakademie Düsseldorf.
Fazit: Bildwelten in Bewegung
Silver Lining verspricht eine Ausstellung, die Werkbetrachtung als offenen Prozess begreift. Zwischen Fotografie, Collage, Readymade und Skulptur entsteht eine atmosphärische Bildlandschaft, in der Bedeutungen ständig ihren Ort wechseln. Wer zeitgenössische Kunst, kulturelle Bildung und eine vielschichtige ästhetische Erfahrung sucht, sollte diese Ausstellung unbedingt live in der Langen Foundation erleben.
Offizielle Kanäle von Alexandra Bircken und der Langen Foundation:
- Instagram: https://www.instagram.com/langenfoundation/
- YouTube: https://www.youtube.com/@LangenFoundation










