Ein Übertritt in Düsseldorf: Elfriede Jelineks Sprachkunst auf der Bühne

Event: Ein Übertritt in D'haus Düsseldorfer Schauspielhaus, Kleines Haus, Gustaf-Gründgens-Platz 1, 40211 Düsseldorf on 6. November 2026

Datum und Uhrzeit

6. November 2026 20:00 Uhr

Veranstaltungsort

Düsseldorf
40 Düsseldorf, Deutschland

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Über diese Veranstaltung

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Ein Übertritt: Elfriede Jelineks sprachmächtige Suche nach dem menschlichen Wesen

Am 6. November 2026 bringt das Düsseldorfer Schauspielhaus Elfriede Jelineks Schauspiel Ein Übertritt auf die Bühne des Kleinen Hauses. Die Inszenierung von Jossi Wieler führt mitten in eine sprachlich verdichtete Welt, in der Verwandlung, Krieg, Geschichte und menschliche Identität unablässig ineinandergreifen.

Eine Sprache in Bewegung

Jelineks Text folgt keiner geradlinigen Handlung im klassischen Sinn. Vielmehr entsteht ein sprachliches Geflecht aus Assoziationen, Wiederholungen und gedanklichen Verschiebungen. Die Frage, wohin die Verwandlung des menschlichen Wesens führt, bildet den Ausgangspunkt für ein Theatererlebnis von hoher literarischer Qualität.

Die Autorin, Literaturnobelpreisträgerin des Jahres 2004, verbindet politische Reflexion mit einer eigensinnigen Sprachkunst. In Ein Übertritt untersucht sie Übergänge von einer Wesensform in eine andere und richtet den Blick zugleich auf die historischen Kräfte, die Gesellschaften und Individuen verändern.

Jossi Wieler inszeniert Elfriede Jelinek

Regisseur Jossi Wieler gilt als maßgeblicher Jelinek-Regisseur. Seine Arbeiten zu Wolken.Heim, er nicht als er, Macht nichts, Rechnitz und Angabe der Person zeichnen sich durch eine präzise Auseinandersetzung mit Jelineks komplexen Narrativen aus.

Für die Düsseldorfer Inszenierung arbeitet Wieler erneut mit der Bühnen- und Kostümbildnerin Anna Viebrock zusammen. Musik von Friederike Bernhardt und die Lichtgestaltung von Christian Aufderstroth erweitern den sprachlichen Raum um akustische und visuelle Ebenen.

Geschichte, Gegenwart und die Frage nach dem Frieden

Der Text entstand zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs. Jelinek verbindet historische Erinnerung mit der Gegenwart und fragt nach den Mechanismen, durch die Menschen Kriege, politische Umbrüche und gesellschaftliche Verwandlungen erleben.

Die Lesungs-Atmosphäre eines literarisch geprägten Theaterabends verbindet sich hier mit der konzentrierten Intensität des Schauspielhauses. Stimme, Körper und Sprache werden zu Instrumenten einer Untersuchung, die nicht bei einfachen Antworten stehen bleibt.

Das Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses

Auf der Bühne stehen Katja Bürkle, Dominik Dos-Reis, Stefan Hunstein und Ole Lagerpusch. Die Besetzung begegnet Jelineks Text nicht als geschlossener Erzählung, sondern als vielstimmigem Sprachkörper. Daraus entsteht eine Autor-Begegnung besonderer Art: Die Autorin ist nicht anwesend, doch ihre Sprache prägt jeden Moment des Abends.

Ein Abend im Kleinen Haus

Das Düsseldorfer Schauspielhaus zählt zu den bedeutenden Sprechtheatern im deutschsprachigen Raum. Im Kleinen Haus erlebt das Publikum Ein Übertritt am Freitag, dem 6. November 2026, um 20 Uhr. Im Anschluss ist eine Lesung von Stefan Hunstein unter dem Titel Jelinek im Kontext angekündigt, die sich mit Gesetzen und Erlassen aus dem Jahr 1934 beschäftigt.

Fazit: Theater als sprachliche Grenzerfahrung

Ein Übertritt verspricht einen konzentrierten Theaterabend zwischen Gegenwartsdiagnose, historischer Erinnerung und literarischer Sprachkunst. Wer Elfriede Jelineks radikale Erzählweise, die Arbeit von Jossi Wieler und ein anspruchsvolles Schauspielerensemble live erleben möchte, findet im Düsseldorfer Schauspielhaus einen eindringlichen Ort für die Auseinandersetzung mit den Fragen unserer Zeit.

Offizielle Kanäle von Elfriede Jelinek:

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Quellen:

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