Ein Übertritt in Düsseldorf: Elfriede Jelineks Sprachkunst trifft auf politisches Theater


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Elfriede Jelineks „Ein Übertritt“: Ein sprachgewaltiger Abend über Verwandlung und menschliches Wesen
Am 31. Oktober 2026 bringt das Düsseldorfer Schauspielhaus Elfriede Jelineks neues Schauspiel „Ein Übertritt“ auf die Bühne. Die Inszenierung von Jossi Wieler untersucht mit scharfem Witz, dunkler Ahnung und sprachlicher Radikalität die Übergänge zwischen Mensch und Tier, Krieg und Frieden, Diktatur und Demokratie.
Eine Sprachkunst zwischen Gegenwart und Geschichte
Jelineks Text setzt bei der Frage an, wohin die Verwandlung des menschlichen Wesens führt. Assoziationsreich folgt das Stück den Bewegungen des sprachlichen Unbewussten und verbindet historische Erinnerung mit der politischen Gegenwart. Der literarische Stoff kreist um menschliche Bestien, tierische Züge, Geister und Wiedergänger sowie um die fragile Hoffnung auf gesellschaftliche Vernunft.
Verwandlungen als theatrales Prinzip
„Ein Übertritt“ denkt Übergänge nicht als geradlinige Entwicklung, sondern als verstörende Bewegung. Menschen werden zu Bestien, Tiere zu Menschen; politische Systeme wechseln ihre Gestalt, während Krieg und Frieden einander bedrängend ablösen. Diese narrative Offenheit verleiht dem Schauspiel eine eigentümliche Spannung zwischen Groteske, historischer Analyse und finsterem Orakel.
Jossi Wieler und Anna Viebrock im Zentrum der Uraufführung
Regisseur Jossi Wieler gehört zu den maßgeblichen und vielfach ausgezeichneten Jelinek-Regisseuren. Für „Ein Übertritt“ arbeitet er erneut mit der Bühnen- und Kostümbildnerin Anna Viebrock zusammen. Die Uraufführung am Düsseldorfer Schauspielhaus steht im Zeichen des 80. Geburtstags der 1946 geborenen Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek.
Ein literarisches Erlebnis im Kleinen Haus
Die Lesungs-Atmosphäre einer Jelinek-Sprache verwandelt sich hier in ein konzentriertes Theatererlebnis: Stimmen, Körper, Bühnenraum und Kostüm begegnen einer Textfläche von hoher literarischer Qualität. Das Publikum erwartet kein bequemes Lehrstück, sondern eine sprachkritische Auseinandersetzung mit deutschem Wesen, politischer Erinnerung und dem wiederkehrenden Glauben an Fortschritt.
Fazit: Ein Abend für wache Sinne
„Ein Übertritt“ verbindet zeitgenössisches Schauspiel, politische Reflexion und radikale Sprachkunst. Wer Elfriede Jelineks literarische Verfahren live in einer vielfach ausgezeichneten Regiehandschrift erleben möchte, findet im Düsseldorfer Schauspielhaus einen Abend voller Reibung, Verwandlung und gedanklicher Nachwirkung.
Offizielle Kanäle von Elfriede Jelinek:
- Instagram: kein offizielles Profil gefunden
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- Website: kein offizielles Profil gefunden
- Verlag: https://www.rowohlt-theaterverlag.de/theaterstueck/ein-uebertritt-8885










