Blutbuch im Düsseldorfer Schauspielhaus: Theater über Erinnerung und Identität


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Blutbuch: Eine poetische Reise durch Erinnerung, Körper und Herkunft
Am 29. Oktober 2026 feiert Blutbuch seine Düsseldorfer Premiere im Kleinen Haus des Düsseldorfer Schauspielhauses. Die Bühnenfassung nach dem preisgekrönten Roman von Kim de l’Horizon entsteht von und mit Lucia Kotikova, nach einer Fassung und Inszenierung von Sebastian Schug.
Zwischen Familiengeschichte und Selbstsuche
Im Zentrum steht eine Erzählung, die sich durch die Schichten von Herkunft, Körper und Erinnerung bewegt. Die Blutbuche wird zum poetischen Resonanzraum einer Familiengeschichte: ein Ort, an dem sich Vergangenheit, Verletzung und die Suche nach einer eigenen Sprache überlagern. Kim de l’Horizons Roman erhielt 2022 den Deutschen und den Schweizer Buchpreis und verbindet autobiografische sowie autofiktionale Elemente mit einer radikal offenen Erzählweise.
Eine Sprache jenseits fester Grenzen
Blutbuch verweigert sich einfachen Einordnungen. Die Sprache bewegt sich zwischen Poesie und Direktheit, zwischen Humor, Schmerz und der Kraft einer selbstbestimmten Identität. Dramaturgisch entsteht daraus ein Theaterabend, der nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern Wahrnehmung selbst zum Gegenstand macht.
Lucia Kotikova im Kleinen Haus
Lucia Kotikova bringt den Monolog als Schauspielerin und künstlerische Mitgestalterin auf die Bühne. Für ihre Darstellung in Blutbuch, das 2024 in Bern Premiere feierte, wurde sie von der Zeitschrift Theater heute als Nachwuchsschauspielerin des Jahres ausgezeichnet. Ihre Schauspielkunst verbindet sprachliche Präzision mit körperlicher Präsenz und einer unmittelbar wirkenden Theateratmosphäre.
Ein Bühnenerlebnis mit Nachhall
Die Inszenierung richtet den Blick auf transgenerationale Erfahrungen, queere Identität und die Frage, wie sich ein Mensch aus überlieferten Zuschreibungen löst. Das Bühnenbild, die Lichtstimmung und die Akustik werden dabei zu Teilen einer offenen theatralischen Landschaft, in der Erinnerungen auftauchen, sich verschieben und neu zusammensetzen.
Fazit: Blutbuch verspricht ein konzentriertes, poetisches und herausforderndes Bühnenerlebnis über Herkunft, Selbstwerdung und die befreiende Kraft einer eigenen Sprache. Wer zeitgenössische Schauspielkunst und eine ungewöhnliche Dramaturgie live erleben möchte, findet im Kleinen Haus einen Theaterabend mit nachhaltigem Nachhall.
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