BODEN in Düsseldorf: Sophie Yukiko und ZOE verbinden Tanz, Geschichte und Widerstand


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BODEN: Wenn Tanz Geschichte, Macht und Zugehörigkeit befragt
Mit BODEN bringen Sophie Yukiko und ZOE eine zeitgenössische Tanzperformance auf die Bühne des tanzhaus nrw, die historische Vorstellungen von Land, Gemeinschaft, Besitz und Zugehörigkeit mit der Gegenwart verbindet. Die Aufführung eröffnet einen vielschichtigen kulturellen Diskurs über die Konstruktion der deutschen Nation und die Frage, wem das Recht auf Existenz auf deutschem Boden zugesprochen wird.
Zwischen Hexenverfolgung und geteilter Verantwortung
Ausgangspunkt der Performance ist eine von Silvia Federici beschriebene historische Verschiebung: Gemeinschaftliches Land und geteilte Verantwortung wurden zunehmend durch private Besitzlogiken, Gewalt, Expansion und Verdrängung ersetzt. BODEN macht diese Verkettungen körperlich erfahrbar und verwandelt politische Geschichte in eine konzentrierte Bühnenhandlung.
Voguing als Sprache des Widerstands
In ihrer choreografischen Arbeit begegnen Sophie Yukiko und ZOE dem Archetypen der Hexe aus einer Schwarzen, deutschen Perspektive. Voguing, entstanden in der queeren Ballroom-Subkultur, wird dabei zur kraftvollen Form der Selbstermächtigung. Präzision, Pose, Rhythmus und Körperbewusstsein verbinden sich zu einer Sprachkunst ohne festgelegte Grenzen zwischen Tanz, Theater und Performance.
Zwei Künstlerinnen, zwei Perspektiven auf Körper und Raum
Sophie Yukiko arbeitet als deutsch-amerikanische Künstlerin in Film und Theater. Das Konzept des Rituals verhandelt sie über Tanz und Text. ZOE, interdisziplinäre Performance-Künstlerin und Kuratorin aus Düsseldorf, untersucht Rehabilitation, Transformation und die Rückaneignung von Körper und Raum. Als Angehörige der ersten Ballroom-Generation in Deutschland prägt sie die Kultur im deutschsprachigen Raum maßgeblich mit.
Ein literarisch-politisches Bühnenerlebnis
Die narrative Struktur von BODEN verbindet historische Reflexion mit unmittelbarer körperlicher Präsenz. Sprache, Bewegung und musikalisch-räumliche Komposition verdichten sich zu einer Inszenierung, die nicht belehrt, sondern Wahrnehmung verändert. Die Performance wird in deutscher und englischer Sprache mit Untertiteln in der jeweils anderen Sprache gezeigt.
Gespräch im Anschluss
Im Anschluss an die Sonntagsvorstellung findet ein Panel-Talk mit Miriam Owusu-Tutu statt. Die Dramaturgieassistentin am Düsseldorfer Schauspielhaus und Kulturwissenschaftlerin beschäftigt sich mit Feminität, Schwarz-sein, Queerness und Körperlichkeit und ist in der Düsseldorfer Ballroom-Szene aktiv.
Fazit: Eine Performance über Boden, Körper und Zugehörigkeit
Das Publikum erwartet ein konzentriertes, politisches und visuell eindringliches Tanztheater-Erlebnis. BODEN verbindet Voguing, historische Analyse und zeitgenössische Performancekunst zu einer Autorinnen-Begegnung mit hoher gesellschaftlicher Relevanz. Wer erleben möchte, wie sich Geschichte in Bewegung einschreibt, findet im tanzhaus nrw einen Abend voller Spannung, Widerstandskraft und sprachlicher wie körperlicher Präzision.
Offizielle Kanäle von Sophie Yukiko und ZOE:
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