Sophie Yukiko und ZOE zeigen BODEN im tanzhaus nrw Düsseldorf


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BODEN: Tanz, Ritual und die Frage nach dem gemeinsamen Land
Mit BODEN bringen Sophie Yukiko und ZOE am 11. Dezember 2026 eine zeitgenössische Tanzperformance auf die Bühne des tanzhaus nrw in Düsseldorf. Die Uraufführung verbindet Voguing, politische Kunst und historische Reflexion zu einer körperlich eindringlichen Auseinandersetzung mit Boden, Zugehörigkeit und Macht.
Wenn Boden zum umkämpften Gedächtnis wird
Ausgangspunkt der Arbeit ist die von Silvia Federici beschriebene Veränderung europäischer Vorstellungen von Land, Gemeinschaft, Ahnenlinien und Besitz. Wo Boden einst als geteiltes Gut und als kommunale Verantwortung gedacht wurde, setzte sich zunehmend ein System privater Aneignung, sozialer Kontrolle und gewaltsamer Verdrängung durch.
BODEN verfolgt diese historischen Verkettungen bis in die Gegenwart. Die Performance untersucht die Konstruktion einer deutschen Nation, den damit verbundenen Nationalstolz und die Erfindung einer abgegrenzten, nicht-deutschen und nicht-weißen Einheit. Im Zentrum steht die Frage, wem das Recht auf Existenz, Erinnerung und Verwurzelung zugesprochen wird.
Voguing als Sprachkunst des Körpers
Sophie Yukiko und ZOE begegnen diesen Themen aus einer Schwarzen deutschen Perspektive. Ihr künstlerisches Mittel ist Voguing, eine Tanzform aus der queeren Ballroom-Kultur. Präzise Linien, expressive Posen und rituelle Bewegungen verwandeln den Körper in ein Archiv widerständiger Geschichte.
Die sprachliche und körperliche Narrative von BODEN verbindet politische Analyse mit sinnlicher Bühnenpräsenz. Der Archetyp der Hexe erscheint dabei nicht als historische Randfigur, sondern als Symbol für Ausgrenzung, Verfolgung, Transformation und die Rückaneignung von Raum. Die Lesbarkeit des Körpers wird zur choreografischen Gegenrede.
Sophie Yukiko und ZOE: Zwei Perspektiven auf Ritual und Raum
Sophie Yukiko arbeitet als deutsch-amerikanische Künstlerin in den Bereichen Film, Theater und Tanz. Ihre Praxis verbindet Text, Performance und Choreografie mit Fragen nach Ritual, Liebe, Gewalt, Herkunft und kollektiven Erfahrungen. Als Mitbegründerin der deutschen Ballroom-Szene und Mother des internationalen House of Laveaux prägt sie eine Kunst, in der Subkultur, politische Reflexion und performative Energie ineinandergreifen.
ZOE ist eine interdisziplinäre Performance-Künstlerin und Kuratorin aus Düsseldorf. In ihren Arbeiten erforscht sie Rehabilitation, Transformation und die Rückaneignung von Körper und Raum. Ihre Kunst hinterfragt dominante Narrative, macht marginalisierte Perspektiven sichtbar und versteht Performance als Sprache des Widerstands.
Eine Uraufführung mit klarer internationaler Perspektive
BODEN wird in deutscher und englischer Sprache gezeigt, jeweils mit Untertiteln in der anderen Sprache. Die rund 60-minütige Performance richtet den Blick auf nationale Identität, rassifizierte Ausschlüsse und die politische Dimension von Tanz. So entsteht ein literarisch anmutendes Bühnenereignis ohne klassischen Text: Die Körper schreiben ihre eigene Geschichte in Raum, Rhythmus und Blick.
Die Lesungs-Atmosphäre eines gesprochenen Diskurses weicht einer konzentrierten Tanzperformance, in der Stimme, Bewegung und Stille miteinander korrespondieren. Das Publikum erlebt eine Autor-Begegnung mit politischen Ideen, die nicht allein erklärt, sondern körperlich erfahrbar werden. Zeitgenössischer Tanz wird zur Sprachkunst, zur Erinnerungspraxis und zum kulturellen Diskurs.
Fazit: Ein intensives literarisches Erlebnis ohne Worte
Sophie Yukiko und ZOE verwandeln das tanzhaus nrw in einen Resonanzraum für Fragen nach Herkunft, Besitz und Zugehörigkeit. BODEN verspricht ein konzentriertes, sinnliches und politisch hellwaches Bühnenerlebnis. Wer zeitgenössischen Tanz, Ballroom-Kultur und gesellschaftskritische Performance in einer außergewöhnlichen Verbindung erleben möchte, sollte diese Uraufführung live in Düsseldorf besuchen.
Offizielle Kanäle von Sophie Yukiko und ZOE:
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