Something Old, Something New, Something Borrowed bei VAN HORN: Kunst als Raum der Verwandlung


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Ein Dialog aus Material, Linie und Erinnerung bei VAN HORN
Mit Something Old, Something New, Something Borrowed öffnet VAN HORN in Düsseldorf eine Ausstellung, die zwei markante Positionen der Nachkriegs- und Gegenwartskunst in einen überraschenden Dialog setzt. Pip Culbert und Gerhard Hoehme begegnen sich hier erstmals in einer gemeinsamen Präsentation, die aus vorhandenem Material, reduzierten Gesten und präzisen Raumbezügen eine eigenwillige ästhetische Erfahrung formt.
Wenn das Vorhandene neu zu sprechen beginnt
Die Ausstellung kreist um Transformation: Culbert und Hoehme nehmen Stoffe, Linien, Farben und technische Materialien aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang und geben ihnen eine neue künstlerische Ordnung. Aus dem Alten entsteht nichts Beliebiges, sondern eine offene Form von Erinnerung. Genau darin liegt die besondere Ausstellungsatmosphäre: leise, konzentriert und zugleich voller Spannung.
Pip Culbert: Deconstruction als poetische Konstruktion
Pip Culbert, 1938 geboren und 2016 verstorben, entwickelte eine Sprache zwischen Skulptur, Zeichnung und Architektur. Laut der Ausstellungsgeschichte arbeitet sie mit Shirts, Bags, Tents oder Textilien und reduziert diese bis auf Nähte, Linien und fragile Gerüste. Was funktional war, erscheint nun als offene Zeichnung im Raum. Die Werkbetrachtung offenbart ein Denken, das das Innere nach außen kehrt und das Weggelassene zum eigentlichen Bildträger macht.
Ihre Praxis lässt sich kunsthistorisch als präzise Untersuchung von Materialität und Struktur lesen. Culbert verwandelt Alltagsobjekte in Systeme aus Spannung, Leere und Kontur. So entsteht ein Kunsterlebnis, das weniger auf dekorative Wirkung setzt als auf Wahrnehmungsschärfe und kulturelle Bildung im besten Sinn.
Gerhard Hoehme: Malerei als offenes Energiefeld
Gerhard Hoehme, eine Schlüsselfigur der abstrakten Kunst und des Art Informel, gehörte zu den prägenden Kräften der deutschen Nachkriegskunst. Die ZKM-Biografie verortet ihn als Professor an der Kunstakademie Düsseldorf; das Museum Küppersmühle bezeichnet ihn als einen Pionier der Abstraktion und des Art Informel in Europa. Seine Arbeiten lösen die Malerei aus dem geschlossenen Bildraum und erweitern sie mit Schnüren, Schläuchen, Zeichnungen und plastischen Elementen in den Raum hinein.
Hoehmes Werk überzeugt durch eine dichte Verbindung von Geste, Linie und räumlicher Offenheit. Seine Zeichnungen sind keine Vorstudien, sondern autonome Bildräume, in denen sich Denken unmittelbar materialisiert. Wer diese Arbeiten betrachtet, erlebt die Kunst als Kraftfeld zwischen Oberfläche, Raum und Blick.
Eine gemeinsame Haltung über Generationen hinweg
Besonders reizvoll an dieser Ausstellung ist nicht der Vergleich zweier Stile, sondern die Entdeckung einer verwandten Haltung. Culbert und Hoehme entfernen ihre Materialien aus dem Gewohnten, reduzieren statt zu überladen und verbinden statt abzugrenzen. Beide Künstler machen sichtbar, dass Kunst aus Relation entsteht: zwischen Stoff und Linie, Körper und Raum, Vergangenheit und Gegenwart.
Diese Ausstellung spricht damit auch ein heutiges Publikum an, das nach klaren Formen, sinnlicher Präzision und intellektueller Tiefe sucht. Zwischen Minimalismus, Konzeptkunst, Skulptur und Zeichnung entfaltet sich ein konzentriertes Kunsterlebnis, das lange nachwirkt.
VAN HORN in Düsseldorf als passender Ort
VAN HORN ist als Galerie in Düsseldorf ein Ort für anspruchsvolle Gegenwartskunst und kuratierte Gegenüberstellungen. Der Standort an der Ackerstraße 99 verankert die Ausstellung in einem lebendigen kulturellen Umfeld, in dem sich internationale Positionen, Sammlungsbezüge und diskursive Kunstvermittlung begegnen. Für Besucherinnen und Besucher entsteht so ein intensiver Rahmen für eine präzise Werkbetrachtung.
Die Präsentation läuft vom 4. September bis 24. Oktober 2026 und eröffnet mit einem Opening am 4. September von 18 bis 21 Uhr. Der Besuch eignet sich für alle, die Kunst nicht nur anschauen, sondern in ihrer räumlichen und gedanklichen Struktur erleben möchten.
Fazit: Diese Ausstellung verspricht eine stille, kluge und sehr gegenwärtige Begegnung mit zwei Künstlern, die Material in Bedeutung verwandeln. Wer sich für abstrakte Kunst, Installationen, Zeichnung und die Sprache von Raum und Linie interessiert, sollte Something Old, Something New, Something Borrowed live in Düsseldorf erleben.
Offizielle Kanäle von VAN HORN:
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- Website: https://van-horn.net/






