Pip Culbert und Gerhard Hoehme bei VAN HORN: Material wird Kunst


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Ein Dialog aus Material, Raum und Erinnerung
Mit Something Old, Something New, Something Borrowed eröffnet VAN HORN in Düsseldorf eine Ausstellung, die zwei unterschiedliche künstlerische Haltungen in einen überraschend klaren Zusammenhang bringt. Pip Culbert und Gerhard Hoehme begegnen einander hier zum ersten Mal in einer gemeinsamen Schau. Beide verwandeln Vorhandenes, lösen Materialien aus ihrem ursprünglichen Kontext und öffnen so den Blick auf Struktur, Spannung und Raumwirkung.
Wenn das Bekannte neu zu sprechen beginnt
Der Ausstellungstitel spielt auf eine englische Redewendung an, die Glück, Erinnerung und Neubeginn verbindet. Genau dieser Dreiklang prägt das Kunsterlebnis: Das Alte verschwindet nicht, sondern bleibt als Spur sichtbar. Culbert arbeitet mit Hemden, Taschen, Zelten und Stoffen, Hoehme mit Farbe, Schnüren, Kunststoffschläuchen und Zeichnungen. Aus Dingen des Alltags wird ästhetische Erfahrung, aus Funktion wird Form, aus Material wird Bedeutung.
Pip Culbert: Schwere Stoffe, leichte Linien
Pip Culbert reduziert das Objekt auf seine sichtbaren Nähte, Kanten und Gerüste. Ihre Arbeiten lassen das Innere nach außen treten und verwandeln Kleidung und textile Strukturen in offene Zeichnungen im Raum. In dieser Werkbetrachtung zeigt sich eine Kunst, die zwischen Skulptur, Zeichnung und Architektur oszilliert. Culbert interessiert nicht das fertige Ding, sondern der Prozess des Freilegens, Verdichtens und Ordnens.
Gerhard Hoehme: Malerei als offenes Feld
Gerhard Hoehme zählt zu den prägenden Stimmen des deutschen Informel. Seine Werke sprengen die Vorstellung des Bildes als geschlossene Fläche. Farbe, Linien, Schnüre und Schlauchformen erweitern die Malerei in den Raum und machen das Bild zu einem energetischen Feld. Besonders seine Zeichnungen zeigen, wie präzise Hoehme mit Bewegung, Spannung und Offenheit arbeitet. Das Werk wirkt nicht abgeschlossen, sondern in stetiger Beziehung zum Betrachter und zur Umgebung.
Gemeinsame Sprache der Transformation
Die Gegenüberstellung macht sichtbar, wie nah sich beide Positionen in ihrer künstlerischen Logik sind. Beide reduzieren, statt hinzuzufügen. Beide verwandeln Material in eine Form von Wahrnehmung. Beide denken in Linien, die nicht begrenzen, sondern verbinden. Gerade in dieser Reduktion entsteht eine bemerkenswerte Intensität, die die Ausstellungsatmosphäre prägt und die Wahrnehmung für Material, Leere und Raum schärft.
Ein Ort für konzentrierte Kunstbetrachtung
VAN HORN in Düsseldorf bietet für diese Ausstellung den passenden Rahmen: ein Ort, an dem zeitgenössische und historische Positionen mit klarem kuratorischem Blick zusammengeführt werden. Die Schau richtet sich an Kunstinteressierte, die Materialästhetik, Konzeptkunst, Informel und die Schnittstellen von Objekt, Skulptur und Zeichnung neu entdecken möchten. Auch museumspädagogisch eröffnet die Ausstellung zahlreiche Lesarten über Transformation, Erinnerung und die Sichtbarkeit von Prozessen.
Fazit
Something Old, Something New, Something Borrowed ist keine bloße Gegenüberstellung zweier Künstler, sondern eine präzise gedachte Ausstellung über die Verwandlung von Materialien und Bedeutungen. Wer sich für Kunstgeschichte, Raumkunst und poetische Reduktion begeistert, sollte diese Schau in Düsseldorf unbedingt live erleben.
Offizielle Kanäle von Pip Culbert und Gerhard Hoehme:
- Instagram: Kein offizielles Profil gefunden
- Facebook: Kein offizielles Profil gefunden
- YouTube: Kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://van-horn.net/current-exhibition/






