Pip Culbert und Gerhard Hoehme bei VAN HORN: Kunst zwischen Erinnerung und Raum

Event: Pip Culbert und Gerhard Hoehme: Something Old, Something New, Something Borrowed in VAN HORN, Ackerstraße 99, 40233 Düsseldorf on 30. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

30. Oktober 2026 13:00 Uhr

Veranstaltungsort

Düsseldorf
40 Düsseldorf, Deutschland

Über diese Veranstaltung

Ausstellungen & Museen

Stimmung

Entspannt

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

Ein kluges Kunsterlebnis zwischen Erinnerung und Erneuerung

Mit Something Old, Something New, Something Borrowed eröffnet VAN HORN in Düsseldorf eine Ausstellung, die aus Bekanntem etwas radikal Eigenes formt. Pip Culbert und Gerhard Hoehme begegnen sich hier erstmals in einer gemeinsamen Präsentation. Beide Künstler arbeiten mit vorgefundenen Materialien, mit Spuren, Fragmenten und Verschiebungen. Aus dem Alten entsteht kein bloßes Zitat, sondern eine neue ästhetische Erfahrung.

Material als Gedächtnisraum

Pip Culbert, 1938 in Newcastle upon Tyne geboren und an der Royal College of Art ausgebildet, ist für ihre poetische Reduktion alltäglicher Textilien bekannt. Shirts, Taschen, Zelte oder Stoffe werden in ihren Arbeiten zu Linien, Konturen und stillen Bildzeichen. Die Dinge verlieren ihre Funktion und gewinnen eine neue, fragile Präsenz. Genau darin liegt die besondere Spannung ihrer Kunst: Das Vertraute wirkt plötzlich leicht, offen und fast zeichnerisch.

Gerhard Hoehme, 1920 in Greppin geboren und eine zentrale Figur des deutschen Informel, erweitert das Tafelbild in den Raum. Seine Malerei denkt nicht nur in Farbe und Geste, sondern auch in String, Kunststoffschläuchen, Collage und Zeichnung. Hoehme verstand das Bild als offenes Feld, als energetischen Raum, der über den Rand hinausreicht. Seine Kunst bleibt bis heute ein Schlüssel für das Verständnis von Nachkriegsabstraktion und räumlich erweiterter Malerei.

Zwischen Abstraktion, Körper und Raum

Die Ausstellung versammelt zwei künstlerische Haltungen, die sich aus Unterschiedlichkeit nähern und in ihrer Konsequenz berühren. Culberts textile Verdichtungen und Hoehmes raumgreifende Malerei fragen beide nach Sichtbarkeit, Materialität und Transformation. Was geschieht, wenn ein Objekt seine ursprüngliche Funktion verliert? Wann wird ein Stoff zu einer Linie, ein Bild zu einer Umgebung, ein Material zu einer Erzählung?

Wer die Ausstellung betritt, erlebt keine laute Geste, sondern eine konzentrierte Kuratierung. Die Arbeiten entfalten ihre Wirkung in der Ruhe: im Wechsel von Fläche und Volumen, von Zeichnung und Objekt, von Erinnerung und Gegenwart. Gerade darin liegt ihre Stärke für kunstinteressierte Besucherinnen und Besucher, die sich für Kunstgeschichte, Materialästhetik und die Entwicklung der deutschen Nachkriegsmoderne interessieren.

VAN HORN als Ort für präzise Kunstbetrachtung

VAN HORN in Düsseldorf ist für ein Programm bekannt, das internationale Positionen mit einer klaren Handschrift präsentiert. Der Ausstellungsraum an der Ackerstraße bietet den passenden Rahmen für ein Kunsterlebnis, das weniger auf Überwältigung als auf Genauigkeit setzt. Hier wird Kunst nicht nur gezeigt, sondern in ihrer gedanklichen Tiefe sichtbar gemacht.

Fazit

Something Old, Something New, Something Borrowed ist eine Ausstellung für alle, die im Detail das Große erkennen möchten. Sie führt vor, wie aus Material, Erinnerung und Reduktion eine erstaunlich gegenwärtige Bildsprache entsteht. Wer sich für abstrakte Malerei, textile Kunst und die Frage nach dem Raum im Bild interessiert, sollte diese Ausstellung in Düsseldorf unbedingt live erleben.

Offizielle Kanäle von VAN HORN:

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  • Website: https://van-horn.net/

Quellen:

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