Something Old, Something New, Something Borrowed bei VAN HORN: Materialkunst in Düsseldorf

Event: Pip Culbert und Gerhard Hoehme: Something Old, Something New, Something Borrowed in VAN HORN, Ackerstraße 99, 40233 Düsseldorf on 16. Oktober 2026

Datum und Uhrzeit

16. Oktober 2026 13:00 Uhr

Veranstaltungsort

Düsseldorf
40 Düsseldorf, Deutschland

Über diese Veranstaltung

Ausstellungen & Museen

Stimmung

Entspannt

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

Wenn Material Geschichte erzählt: Pip Culbert und Gerhard Hoehme bei VAN HORN

Diese Ausstellung in Düsseldorf eröffnet ein konzentriertes Kunsterlebnis zwischen Reduktion, Raum und Erinnerung. Unter dem Titel Something Old, Something New, Something Borrowed begegnen sich erstmals die Werke von Pip Culbert und Gerhard Hoehme in einer gemeinsamen Präsentation. Beide Künstler verwandeln vorgefundene Materialien in offene Bild- und Raumzusammenhänge und machen sichtbar, wie aus dem Bestehenden etwas radikal Neues entsteht.

Ein Dialog über Struktur, Spur und Transformation

VAN HORN stellt zwei Positionen nebeneinander, die auf den ersten Blick verschieden wirken und doch von einer erstaunlichen Nähe getragen sind. Culbert arbeitet mit Hemden, Taschen, Zelten und Stoffen; Hoehme mit Farbe, Schnüren, Kunststoffschläuchen und Zeichnungen. In beiden Œuvres verschiebt sich der Fokus vom Gegenstand zur Form, von der Funktion zur Wahrnehmung. So entsteht eine Ausstellung, die Materialität nicht illustrativ, sondern als eigenständige ästhetische Erfahrung erfahrbar macht.

Pip Culbert: Textile Fragmente als offene Zeichnungen

Pip Culbert, geboren 1938 in Newcastle upon Tyne und 2016 gestorben, ist für ihre reduzierte, konzeptuell präzise Arbeit bekannt. Sie schneidet Stoffe und Kleidungsstücke so weit zurück, dass Nähte, Linien und fragile Gerüste bleiben. Aus Alltagsobjekten werden schwebende Strukturen zwischen Skulptur, Zeichnung und Architektur. Diese Form der Deconstruction and Reconstruction verbindet strenge Klarheit mit poetischer Leichtigkeit und lenkt den Blick auf das Verhältnis von Innen und Außen, Hülle und Leere, Funktion und Präsenz.

Gerhard Hoehme: Malerei als offenes Feld

Gerhard Hoehme, eine Schlüsselfigur der abstrakten Nachkriegskunst und des Informel, löste das Tafelbild früh aus seiner Geschlossenheit. Seine Arbeiten mit Schnüren, Farbe und plastischen Elementen verstehen das Bild als energetisches Feld, das in den Raum ausgreift und den Betrachter mit einbezieht. Auch seine Zeichnungen erscheinen hier nicht als Vorstudien, sondern als autonome Werke mit hoher Konzentration. In Düsseldorf, der Stadt seiner künstlerischen Herkunft, erhält diese Werkbetrachtung besondere Schärfe.

Raumwirkung, Licht und kuratorische Präzision

Die Ausstellungsatmosphäre lebt von der Spannung zwischen Zurücknahme und Intensität. Linien verbinden statt zu begrenzen, Materialien erinnern an ihre Herkunft und lösen sich zugleich davon. Genau in dieser Bewegung entfaltet die Kuratierung ihre Stärke: Sie zeigt keine bloße Gegenüberstellung, sondern eine gedanklich präzise Beziehung zweier Generationen, die nie zusammengearbeitet haben und doch eine gemeinsame künstlerische Haltung teilen. Das Ergebnis ist ein stilles, konzentriertes Kunsterlebnis mit hoher formaler Dichte.

Warum sich der Besuch lohnt

Wer zeitgenössische Kunst, abstrakte Malerei, Objektkunst und installative Räume schätzt, findet hier eine Ausstellung mit großer intellektueller Klarheit und sinnlicher Präsenz. Das Zusammenspiel von Textil, Farbe, Schnur und Raum öffnet neue Perspektiven auf Kunstgeschichte, Materialästhetik und kulturelle Bildung. Ein Besuch bei VAN HORN lohnt sich für alle, die Kunst nicht nur betrachten, sondern in ihrer räumlichen und geistigen Spannung erleben möchten.

Fazit: Something Old, Something New, Something Borrowed führt eindrucksvoll vor, wie aus vorhandenen Materialien, Spuren und Formen ein überraschend zeitgemäßer Dialog entsteht. Diese Ausstellung lädt dazu ein, die subtile Kraft von Reduktion und Transformation live in Düsseldorf zu erleben.

Offizielle Kanäle von VAN HORN:

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  • Website: https://van-horn.net/

Quellen:

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