Inge Schmidt bei basedonart: Plastische Stücke und Zeichnungen in Düsseldorf


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Material, Raum und stille Spannung: Inge Schmidt bei basedonart
Mit Inge Schmidt: bis dann, plastische Stücke und Zeichnungen zeigt basedonart in Düsseldorf eine Ausstellung, die sich ganz der stillen Kraft von Form, Oberfläche und räumlicher Präsenz widmet. Die Präsentation läuft vom 4. September bis 31. Oktober 2026 und eröffnet einen konzentrierten Blick auf eine Bildhauerin, deren Arbeiten aus einfachen, alltäglichen Materialien eine ungewöhnlich dichte ästhetische Erfahrung entwickeln.
Wenn Material zur Sprache wird
Inge Schmidt arbeitet mit dünnem Holz, Karton, Wellpappe, Klebeband, Schnur, Draht und Leim. Gerade diese scheinbar unscheinbaren Stoffe öffnen einen weiten künstlerischen Raum: Sie tragen keine vorgefertigte Aura, sondern werden durch präzise Setzung, Balance und Proportion zu plastischen Stücken mit eigenem Rhythmus. Die Ausstellung lässt sich als Werkbetrachtung lesen, in der Linien, Flächen, Zwischenräume und Schattenzonen in einen stillen Dialog treten.
Die Bildhauerei als konzentrierte Bewegung
Schmidt, 1944 in Bonn geboren und seit vielen Jahren in Köln lebend und arbeitend, studierte von 1975 bis 1981 Bildhauerei an der Hochschule für bildende Künste Städel in Frankfurt am Main bei Michael Croissant. 1987 erhielt sie ein Gaststipendium der Villa Romana in Florenz, 2018 die August-Macke-Medaille der Stadt Bonn. Ihre Arbeiten, seit 1982 vielfach ausgestellt und in öffentlichen wie privaten Sammlungen vertreten, stehen für eine Bildhauerei, die sich nicht über Effekte definiert, sondern über Formstrenge, Materialbewusstsein und Raumintelligenz.
Ausstellungsatmosphäre zwischen Leichtigkeit und Konstruktion
Bei basedonart begegnet diese Position einem Haus, das selbst für kuratorische Konstellationen mit kultureller Tiefenschärfe steht. Die Galerie wurde 2018 von Dunja Evers und Thomas Mass gegründet und versteht sich als artist-run gallery mit internationalem Profil. Ihre Ausrichtung auf kunsthistorische Verbindungen über Zeiten und Kulturen hinweg schafft einen idealen Rahmen für Schmidts reduzierte, aber hochpräzise Skulpturen und Zeichnungen. Wer hier verweilt, erlebt keine laute Inszenierung, sondern eine Ausstellung, in der Konzentration, Ruhe und Wahrnehmung wachsen.
Kunsthistorische Einordnung
Schmidts Arbeiten knüpfen an zentrale Fragen der modernen und zeitgenössischen Skulptur an: Wie entsteht Präsenz aus Reduktion? Wie verwandelt sich Material in Bedeutung? Und wie kann ein Objekt den Raum nicht nur besetzen, sondern aktiv ordnen? Ihre Arbeit wirkt dabei nah an einer poetischen Minimalität, ohne dogmatisch zu werden. Genau in dieser Offenheit liegt ihre Stärke: Die Plastiken und Zeichnungen laden zur langsamen Betrachtung ein und schärfen den Blick für das Verhältnis von Linie, Gewicht, Oberfläche und Leere.
Besuchshinweis
Die Ausstellung ist ein ruhiges, zugleich anregendes Kunsterlebnis für alle, die Skulptur nicht als monumentale Geste, sondern als präzise Formforschung erleben möchten. Wer sich auf diese subtile Werkwelt einlässt, entdeckt ein überzeugendes Plädoyer für die Kraft des Einfachen und für die Schönheit genau gesetzter räumlicher Beziehungen. Ein Besuch bei basedonart lohnt sich unbedingt.
Offizielle Kanäle von Inge Schmidt:
- Website: https://www.inge-schmidt.de/
- Facebook: https://www.facebook.com/basedonart/
- Instagram: https://www.instagram.com/boa_basedonart/
- YouTube: kein offizielles Profil gefunden






