Alexandra Bircken: Silver Lining in der Langen Foundation

Event: Alexandra Bircken: Silver Lining in Langen Foundation, Düsseldorf on 3. Dezember 2026

Datum und Uhrzeit

3. Dezember 2026 10:00 Uhr

Veranstaltungsort

Langen Foundation
Raketenstation Hombroich 1, 41472 Neuss, Deutschland

Über diese Veranstaltung

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Stimmung

Entspannt

Veranstaltungsorttyp

Drinnen

Alexandra Bircken: Silver Lining – ein visuelles Archiv zwischen Körper, Material und Bildkultur

Mit Silver Lining präsentiert Alexandra Bircken in der Langen Foundation eine dreiundzwanzig Meter lange Collage, die sich wie ein begehbarer Strom aus Bildern, Materialien und Erinnerungen entfaltet. Fotografien, Zeitungsausschnitte, Magazinseiten, Screenshots, Readymades und eigenes Material verbinden sich zu einem vielschichtigen Kunsterlebnis zwischen persönlicher Wahrnehmung und populärer Kultur.

Ein Panorama aus Fragmenten

Die Ausstellung führt in das Universum der 1967 in Köln geborenen Künstlerin. Bircken, die zunächst Modedesign am Central Saint Martins College in London studierte, arbeitet häufig an den Übergängen von Skulptur, Körper, Mode und gesellschaftlicher Bildproduktion. In Silver Lining tritt an die Stelle des abgeschlossenen Einzelwerks eine fortlaufende, technisch unvollendete Collage.

Die Ausstellungsatmosphäre entsteht aus der Nähe scheinbar unverbundener Motive. Fotografische Oberflächen treffen auf organische Texturen, industrielle Zeichen auf private Schnappschüsse, Werbung auf Nachrichtenbilder. Erst im Zusammenspiel der Fragmente entwickelt sich eine übergeordnete Abstraktion, in der Wiederholung, Rhythmus und formale Echos die Werkbetrachtung bestimmen.

Sechs Konstellationen einer beweglichen Bildwelt

Die Kuratierung macht sechs wiederkehrende Konstellationen sichtbar: ornamentale Ordnung, kommerzialisierte Weiblichkeit, rohe Materie, zirkulierende Krise, rekonstruierte Körper und häusliche Absurdität. Diese Bereiche funktionieren nicht als starre Kapitel. Sie bilden Anziehungspunkte innerhalb eines offenen Bilduniversums, in dem Bedeutungen zwischen Körper, Natur, Technik, Konsum und Alltag wandern.

Besonders eindringlich erscheint Birckens Auseinandersetzung mit dem rekonstruierten Körper. Mechanische, orthopädische und cyborgartige Formen verweisen auf Körperlichkeit als etwas Veränderbares, Erweitertes und gesellschaftlich Geprägtes. Zugleich erzeugen häusliche Gegenstände und private Bilder eine irritierende Nähe: Das Vertraute kippt ins Befremdliche und fordert die eigene Wahrnehmung heraus.

Vom skulpturalen Objekt zum Netzwerk

Silver Lining bildet einen Gegenpol zu Birckens viel beachteter skulpturaler Praxis. Während ihre Skulpturen Materialität, Körper und gesellschaftliches Leben in dreidimensionalen Formen untersuchen, setzt diese Installation auf Beziehungen. Nicht das einzelne Bild steht im Zentrum, sondern Auswahl, Nachbarschaft und Verdichtung.

Der Titel verweist zugleich auf das fotografische Material des Silberhalogenids und auf das verborgene Futter eines Kleidungsstücks. Darin verbinden sich Licht, Oberfläche und innere Struktur. Die Collage wirkt wie ein wachsender Organismus: Material wird aufgenommen, neu geordnet und in eine fortwährende ästhetische Erfahrung überführt.

Kunsthistorische Einordnung und kulturelle Bildung

Birckens Arbeit knüpft an zentrale Verfahren der zeitgenössischen Collage, der Appropriation und der Materialkunst an. Gleichzeitig erweitert sie das klassische Verständnis von Skulptur, indem sie das Netzwerk über das autonome Objekt stellt. Die Ausstellung eröffnet damit Anknüpfungspunkte für eine vertiefte kulturelle Bildung: Wie entstehen Bilder? Welche Körperbilder prägen unsere Gegenwart? Und wie verändert sich Bedeutung, wenn Fragmente über Jahrzehnte hinweg neu kombiniert werden?

Alexandra Bircken war 2019 an der 58. Biennale di Venezia beteiligt. Ihre Einzelausstellungen führten unter anderem in die Secession Wien, das Fridericianum Kassel, das Museum Brandhorst München und das KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst Berlin. Von 2018 bis 2023 lehrte sie an der Akademie der Bildenden Künste München; seit 2023 ist sie Professorin an der Kunstakademie Düsseldorf.

Fazit: Eine Ausstellung als offene Wahrnehmung

Besucherinnen und Besucher erwartet eine sinnlich dichte Installation, in der Bilder, Materialien und Körpervorstellungen ständig neue Beziehungen eingehen. Silver Lining lädt dazu ein, langsam zu schauen, formale Wiederholungen zu entdecken und die eigene Bildwelt kritisch zu befragen. Wer zeitgenössische Kunst als ästhetische Erfahrung, Denkraum und visuelles Abenteuer erleben möchte, sollte diese Ausstellung live in der Langen Foundation besuchen.

Offizielle Kanäle von Alexandra Bircken:

Quellen:

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