Fortuna Düsseldorf vor personeller Zäsur
Fortuna Düsseldorf vor nächster Zäsur: Sven Mislintat soll vor dem Aus stehen
Nur eine Woche nach dem Abstieg deutet sich bei Fortuna Düsseldorf die nächste personelle Weichenstellung an. Nach übereinstimmenden Medienberichten stehe Sportvorstand Sven Mislintat vor einer Trennung vom Klub. Am Sonntag (24. Mai) könne eine einvernehmliche Lösung verkündet werden. Eine offizielle Stellungnahme von Fortuna oder den Beteiligten lag bis 12 Uhr nicht vor.
Brisant ist die Personalie vor allem wegen des Timings: Der Neuaufbau für die 3. Liga muss in kurzer Frist organisiert werden – und parallel läuft eine arbeitsrechtliche Auseinandersetzung mit dem früheren Trainerteam um Markus Anfang.
Die offene Führungsfrage trifft Fortuna im ungünstigsten Moment
Sportlich steht der Verein nach dem Abstieg unter Zugzwang. Im Klubumfeld gilt als gesetzt, dass der Kader deutlich umgebaut werden muss. Im Raum steht zudem, dass nur eine Minderheit der Spieler überhaupt Verträge für die 3. Liga habe. Zugleich müsse – mit Blick auf den Saisonstart Anfang August – noch etwa ein Dutzend Spieler verpflichtet werden.
Genau in dieser Phase ist Kontinuität in der sportlichen Leitung ein Faktor, der sich direkt in Verhandlungen übersetzt: Wer ein neues Gesicht verpflichtet, will wissen, wer langfristig die Kaderstrategie verantwortet und welche Rolle ein Spieler im Projekt einnimmt. Wenn diese Zuständigkeit unklar bleibt, wird Planung zur Wette auf die nächsten Tage – und das ist in einem Sommer mit engem Zeitfenster ein strukturelles Risiko.
Als möglicher Nachfolger wird Samir Arabi gehandelt
Das Fachmagazin kicker brachte seinen Namen ins Spiel. Arabi war von 2011 bis 2023 Sport-Geschäftsführer bei Arminia Bielefeld und ist seitdem ohne festen Posten. Bestätigt ist weder eine Nachfolgelösung noch die Trennung selbst.
Mislintats Anspruch nach dem Abstieg – und der mögliche Bruch
Unmittelbar nach dem Abstieg hatte Mislintat noch angedeutet, den Umbruch anführen zu wollen. „Ich gehöre nicht zu denen, die nach einem Abstieg weglaufen“, sagte er. Sollte es tatsächlich zur Trennung kommen, stünde dieser Satz in auffälligem Kontrast zur Entwicklung.
In der Bewertung der Situation spielt offenbar auch das interne Zusammenspiel eine Rolle: Im Umfeld des Klubs wird beschrieben, dass Vorstand und Aufsichtsrat Mislintats Vorgehen als zu schnell und zu forsch empfunden hätten, während Mislintat sich in seinen Plänen ausgebremst gesehen habe. In diesem Spannungsfeld würde eine „Trennung in gegenseitigem Einvernehmen“ weniger wie ein punktuelles Ereignis wirken – sondern wie die Konsequenz aus einem nicht aufgelösten Richtungsstreit darüber, wie Fortuna den Neustart organisatorisch und sportlich anlegt.
Der Fall Markus Anfang erhöht den Druck zusätzlich
Zur sportlichen und strukturellen Unsicherheit kommt eine weitere Baustelle. Markus Anfang und sein Co-Trainer klagen gegen ihre vorzeitige Entlassung. Auf Nachfrage sei dies von Anfangs Rechtsbeistand bestätigt worden. Im Raum steht zudem, dass es um Vertragsklauseln gehen könnte, die zuvor mit Klaus Allofs besprochen worden seien. Gütetermine, die für Anfang Juni angesetzt waren, sollen inzwischen abgesagt worden sein.
Für Fortuna ist das mehr als ein Nebenschauplatz. Ein Rechtsstreit bindet Aufmerksamkeit, kann finanzielle Risiken nach sich ziehen und erschwert eine klare Kommunikation nach innen wie nach außen – ausgerechnet in einer Phase, in der der Verein Verlässlichkeit ausstrahlen müsste, um Kaderentscheidungen, Budgetfragen und sportliche Zuständigkeiten sauber zu ordnen.
Sollte sich die Trennung von Mislintat bestätigen, wäre sie daher nicht nur ein weiterer Personalwechsel. Sie würde die zentrale Frage verschärfen, wer in Düsseldorf kurzfristig die operative Kaderarbeit steuert – und wer den Neuaufbau in der 3. Liga politisch wie sportlich verantwortet.
Häufig gestellte Fragen
Quellen
- https://www.ddorf-aktuell.de/2026/05/24/fortuna-duesseldorf-trennt-sich-laut-berichten-von-sportvorstand-sven-mislintat/, 24.05.262026
- https://www.sueddeutsche.de/sport/nach-absturz-in-die-3-liga-berichte-duesseldorf-trennt-sich-von-sportchef-mislintat-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-260523-930-121851

