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Fachkräftepotenzial von Frauen im Fokus

Unternehmen sucht Frau: So wollen Firmen Frauen als Fachkräfte gewinnen

In Düsseldorf soll am 11. Juni 2026 ein Termin Frauen und Arbeitgeber direkt an einen Tisch bringen – mit dem erklärten Ziel, über konkrete Einstiegsmöglichkeiten zu sprechen, statt abstrakt über Fachkräftemangel und Chancengleichheit zu debattieren. Hinter dem Format steht die Düsseldorfer Arbeitsgemeinschaft „Frauenerwerbstätigkeit stärken“, ein Netzwerk aus Arbeitsverwaltung, Wirtschaftspartnern, Gewerkschaften und kommunalen Akteuren.

Die Veranstaltung „Unternehmen sucht Frau: miteinander reden, voneinander lernen – Frauen verändern Wirtschaft“ findet von 10 bis 14 Uhr im Berufsinformationszentrum (BIZ) der Agentur für Arbeit Düsseldorf, Grafenberger Allee 300, statt. Angekündigt ist das Treffen auch in einer Pressemitteilung des DGB vom 29. Mai 2026, in der das Format ausdrücklich als Vernetzungs- und Vermittlungsangebot beschrieben wird.

Warum das Thema über einzelne Stellen hinausgeht

Dass Unternehmen neue Wege in der Personalgewinnung suchen, ist in vielen Branchen ein Dauerthema. Gleichzeitig bleiben Hürden bestehen, die Erwerbsarbeit – gerade beim Wechsel, Wiedereinstieg oder Ausbau der Arbeitszeit – für viele Frauen erschweren können: unflexible Arbeitszeiten, fehlende Planbarkeit, als unfair empfundene Bezahlung und der weiterhin messbare Unterschied bei Verdiensten.

Diese Lücke ist nicht nur eine Frage individueller Karrierechancen, sondern wirkt sich auch auf Fachkräftesicherung und regionale Wertschöpfung aus.

Wie stark das strukturell verankert ist, zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamts: Für 2025 weist Destatis einen unbereinigten Gender Pay Gap von 16 Prozent aus – also eine durchschnittliche Differenz beim Bruttostundenverdienst. Zusätzlich nennt Destatis für 2025 einen „Gender Gap Arbeitsmarkt“ von 37 Prozent, der neben dem Stundenlohn auch Unterschiede bei Arbeitszeit und Erwerbsbeteiligung abbildet.

Genau dort setzt die Düsseldorfer Veranstaltung an: nicht als politische Beschlussrunde, sondern als Praxisformat, das Beschäftigungswege sichtbar machen und Kontakte ermöglichen soll.

Was das Format verspricht – und wie es abläuft

Organisiert wird das Treffen von der Arbeitsgemeinschaft „Frauenerwerbstätigkeit stärken“. In Düsseldorf gehören zu den beteiligten Partnern unter anderem Agentur für Arbeit Düsseldorf, DGB Düsseldorf, Handwerkskammer Düsseldorf, IHK Düsseldorf, Jobcenter Düsseldorf und die Stadt Düsseldorf. Der DGB nennt in seiner Ankündigung zudem weitere Partner aus der regionalen Wirtschaftsförder- und Unternehmenslandschaft.

Sigrid Wolf, als DGB-Vorsitzende und Leiterin der Arbeitsgruppe vorgestellt, beschreibt den Anspruch als Austausch „auf Augenhöhe“: Frauen sollen Informationen zu Quereinstieg, Wiedereinstieg, Neuorientierung, Ausbildung und Entwicklungsmöglichkeiten erhalten – und Unternehmen zugleich Hinweise, wie sie für weibliche Beschäftigte attraktiver werden können, etwa über Arbeitszeitmodelle und faire Vergütung.

  • 10:00 Uhr: Check-in
  • 10:30 Uhr: Eröffnung durch die Taskforce für Arbeit Düsseldorf
  • 10:35 Uhr: Begrüßung durch Birgitta Kubsch-von Harten, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Düsseldorf
  • 10:45 Uhr: Keynote von Dr. Lydia Malin (Institut der Deutschen Wirtschaft Köln)
  • 11:00 Uhr: Talkrunde/Best Practice „Quereinstieg: Einbahnstraße oder Karriere-Booster?“
  • 11:30 Uhr: Vorstellung der anwesenden Unternehmen
  • 11:45 Uhr: Pause mit Snacks
  • 12:00 Uhr: Round-Tables an Thementischen (Gespräche zwischen Teilnehmerinnen und Unternehmen)
  • 13:00 Uhr: Come Together an den Ständen
  • 13:40 Uhr: Ergebnisvorstellung und Verlosung eines Business-Fotoshootings
  • 14:00 Uhr: Ende

Für Teilnehmerinnen ist das Angebot kostenfrei; bei Bedarf ist Kinderbetreuung möglich. Das ist ein praktisches Detail mit großer Wirkung: Gerade bei Informations- und Netzwerktreffen entscheidet Betreuung häufig darüber, ob ein Termin überhaupt wahrgenommen werden kann – und damit, ob aus Interesse ein nächster Schritt wird.

Welche Unternehmen teilnehmen – und welche Signale sie senden

Zu den teilnehmenden Unternehmen zählt die Schulz & Sohn GmbH. Geschäftsführer und Chief Financial Officer Mark Sethe begründet die Teilnahme mit einem Führungsverständnis, das Diversität als Teil moderner Unternehmensführung einordnet: Wirtschaftlicher Erfolg entstehe dort, wo Menschen faire Chancen erhalten, Verantwortung übernehmen und Perspektiven einbringen können – besonders auch im Mittelstand.

Fabian Düesmann Larocque, Head of People & Culture, setzt einen zweiten Akzent: Erwerbsbiografien seien heute häufig nicht mehr geradlinig. Gerade darin könnten aber Kompetenzen liegen, die für Unternehmen wertvoll sind – etwa durch Branchenwechsel, Familienphasen, Weiterbildungen oder neue Schwerpunktsetzungen. Entscheidend ist, ob Betriebe diese Lebensläufe als Risiko lesen oder als Ressource: Wer im Recruiting nur den „perfekten“ linearen Weg akzeptiert, schließt Kandidatinnen aus, die in der Praxis oft genau die gesuchten Erfahrungen mitbringen.

Einordnung: Was realistisch zu erwarten ist

Das Format ist kein Einstellungsversprechen und ersetzt kein reguläres Bewerbungsverfahren. Seine Stärke liegt woanders: Es senkt Hürden, weil Fragen zu Arbeitszeiten, Aufgabenprofilen, Einstiegsvoraussetzungen oder Entwicklungsmöglichkeiten in direktem Kontakt geklärt werden können – und weil Unternehmen sichtbar machen müssen, wie ernst sie es mit familienfreundlichen und fairen Rahmenbedingungen meinen.

Ob aus dem 11. Juni konkrete Quereinstiege, Wiedereinstiege oder Einstellungen entstehen, wird sich erst nach dem Termin beurteilen lassen. Messbar wäre der Erfolg dann, wenn aus Gesprächen Folgekontakte werden – und wenn Betriebe die Rückmeldungen aus den Round-Tables nutzen, um Arbeitsbedingungen, Ansprache und Karrierewege so zu gestalten, dass mehr Frauen tatsächlich bleiben, aufstocken oder neu einsteigen.

Praktische Hinweise zur Anreise und Teilnahme

Veranstaltungsort ist das Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit Düsseldorf, Grafenberger Allee 300.

Als ÖPNV-Haltestelle wird Schlüterstraße/Arbeitsagentur genannt; erreichbar ist der Standort unter anderem über:

  • U-Bahn-Linien: U72, U73, U83, 709
  • Buslinien: 725, 733, 810

Parkmöglichkeiten gibt es an der Rückseite des Agenturgebäudes in der Ivo-Beucker-Straße sowie im umliegenden Wohngebiet.

Die Anmeldung ist nach Angaben des DGB für alle Frauen möglich und wird über die Seite frauenveraendernwirtschaft.de gebündelt.

Häufig gestellte Fragen

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